Stabilisierungsbehandlung
in der Traumatherapie
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Stabilisierung
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Traumaexposition (Synthese)
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Re-Integration und Neuorientierung Weiterhin basiert die
Integrative Traumatherapie auf den Ansätzen von Reddemann und Sachsse
und integriert Einflüsse von Shapiro, Levine, van der Kolk, Fischer, Butollo und weiteren gestalttherapeutischen Autoren. Die Stabilisierungsphase ist die
1. Stufe der
Traumatherapie. Eine ausreichende psychophysische
Stabilisierung ist die Grundlage für alle weiteren Behandlungsschritte.
Diese Phase kann je nach Lebenssituation und Schwere der Problematik mit
entsprechender Symptomatik unterschiedlich lang sein. Für manche schließt
sich an die stationäre Stabilisierungsphase eine Traumaexposition an, für
andere geht es während des gesamten stationären Aufenthaltes ausschließlich
um Stabilisierung. Unser ganzheitliches integratives Traumatherapie -
Angebot ist dabei stark ressourcenorientiert, das heißt, wir gehen
davon aus, dass die je individuellen Kraftquellen und Selbstheilungskräfte
des Menschen durch das Trauma möglicherweise verschüttet, jedoch nicht
verloren gegangen sind, weshalb es gilt, diese wieder zu entdecken und
sie im Sinne einer Heilung zu aktivieren.
Was
ist wesentlich in der Stabilisierungsphase der Traumatherapie?
Therapeutische
Haltung Unser ganzheitlicher Ansatz in der Traumatherapie findet auch in unserer therapeutischen Haltung Ausdruck, die von Respekt und Wertschätzung getragen ist, und in der wir davon ausgehen, dass sich in der Therapie zwei erwachsene Menschen begegnen, die sich um Hilfe für ein „verletztes Kind“ bemühen. Getragen von dieser annehmenden
Haltung werden viele Symptome, die den Betroffenen heute Leid
verursachen, als früher sinnvolle Bewältigungsstrategien verstanden,
die „damals“ überlebenswichtig waren. Im Erwachsenenleben wirken
sich diese Symptome aber häufig als störend aus und beeinträchtigen
zum Teil schwerwiegend die persönliche berufliche und private
Beziehungsgestaltung. Aus einer annehmenden und ganzheitlichen Sicht
betrachtet können diese - heute dysfunktionalen - Verhaltensweisen als
für das damals traumatisierte Kind als sinnvolle und überlebenswichtige
Bewältigungsversuche verstanden werden. Erst wenn sie wirklich
verstanden und nicht mehr bekämpft werden, können sie von
hilfreicheren Bewältigungsstrategien abgelöst werden. Strukturierte Kontakte in Einzel- und Gruppentherapie Unser therapeutisches Angebot in
der Stabilisierungsphase besteht aus einer Kombination aus Einzel- und
Gruppentherapie. Die spezifischen Traumatherapie - Angebote sind
eingebettet in eine wohlwollende und annehmende therapeutische Haltung,
der auch die Atmosphäre unserer therapeutischen Gemeinschaft
entspricht. In der Phase der Stabilisierung geht es zunächst um eine
Kontakt- und Beziehungsaufnahme zwischen PatientIn und TherapeutIn, da
eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung die Grundlage zu
einem stabilen Arbeitsbündnis darstellt. Neben Gesprächen über
die Problembereiche gehören hier auch Gespräche über alles, was der
PatientIn Freude macht, was ihr gelingt oder gelang, über alle
Ressourcen oder Kraftquellen, die ermutigen,
diese auch bei sich selbst wahrzunehmen und wertzuschätzen. Wir
berücksichtigen selbstverständlich gerne das Bedürfnis nach einer
weiblichen Bezugstherapeutin, wobei wir in den Gruppen bewusst ein
gemischt geschlechtliches Setting anbieten.
Sicherheit
und Kontrolle Schwerpunkt der Stabilisierung
in der Traumatherapie ist die Wiedererlangung von Sicherheit und
Kontrolle für die Betroffenen, um wieder die Erfahrung zu machen, nicht
nur hilflos aufgeliefert zu sein, wie es der traumatischen Erfahrung
entspricht, sondern auch bedrängende Situationen beeinflussen und
gestalten zu können. Hierzu gehört u.a. die Identifizierung und zunächst
Meidung von Auslösereizen, sog. „Triggerreizen“, sowie das
Erstellen von „Notfallplänen“ oder die Einrichtung
eines „Notfallkoffers“ zur
Erarbeitung eines „Stressmanagements“, um zu lernen, mit
Spannungszuständen anders umzugehen, als sich z.B. selbst verletzen zu
müssen. Weiterhin nimmt in der Traumatherapie die Förderung der Fürsorge
für sich und das verletzte „innere Kind“ eine wichtige Rolle ein.
In den Therapiegruppen werden vor allem mit Imaginationsübungen
sogenannte „Copingstrategien“ vermittelt, um den Betroffenen zu ermöglichen,
sich auch in Momenten der Not selber helfen zu können und nicht immer
auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein.
Heilende
Imaginationen Der Einsatz von stabilisierenden imaginativen Techniken in der Traumatherapie dient der Stärkung und dem Aufbau von Ich-Funktionen. Hier geht es darum sich in der Vorstellung innere und manchmal äußere Räume zu schaffen, in denen man sich wohl und geborgen fühlen kann. Hier können innere Begleiter zur Selbsttröstung erfunden werden. Bilder von einem guten Ort und von hilfreichen Wesen schaffen eine Gegenwelt zu den schlimmen Bildern der Vergangenheit. In der Traumatherapie kann man lernen, auf die Stimme der innere Weisheit zu hören und ihr wieder zu vertrauen. Zu dieser inneren Sicherheit können die heilenden Imaginationen beitragen. Unsere Vorstellungskraft ist ein „Zaubermittel“, das wir alle zur Verfügung haben. Mit Hilfe unserer Vorstellungskraft ist es möglich, uns innere Welten des Trostes, der Hilfe und der Stärke zu erschaffen, unabhängig von der Freundlichkeit und Gewogenheit unserer Umgebung. Unsere Fähigkeit zu imaginieren ist das Hilfsmittel, das uns in Kontakt bringt mit dem Heilsamen in uns. Es kommt zu einer Regenerierung der Selbstheilungskräfte, diese zu unterstützen stellt die wichtigste Aufgabe der Traumatherapie in dieser Phase dar. Aus der Salutogenese-Forschung weiß man, das innere Bilder der sicheren Orte und der hilfreichen Begleiter in Notsituationen für den Überlebenswillen notwendig waren. Wichtig ist es auch, ein
Gleichgewicht anzustreben zwischen
Leichtigkeit (froh sein und glücklich) und Schwere (Sorgen und
Probleme), denn erst wenn man in Kontakt ist mit seinen inneren
Kraftquellen, kann man sich auch wieder um das Leid und das Leiden kümmern.
Gerade in Bezug auf die Wahrnehmung der angenehmen Seiten des Lebens,
und seien sie auch noch so kurz, bedeutet Achtsamkeit ein wesentliches
Element der Heilung. In der Traumtherapie geht es letztlich nicht darum,
zu verdrängen und zu vergessen, sondern es geht darum, den jetzigen
Moment, das Heute, wieder zur eigenen Gestaltung zur Verfügung zu
haben.
Verbesserung
der Wahrnehmung und Achtsamkeit Es gibt viele Übungen in der
Traumatherapie, die die Achtsamkeit schulen. Am besten ist es, die
Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, schon kleine Übungen können
zu wertvollen Erfahrungen führen, wie z B. einmal ganz achtsam etwas zu
essen, jeden Bissen genau wahrzunehmen und aufmerksam zu verfolgen, was
mit diesem Bissen im Körper geschieht. Achtsam sein bedeutet gegenwärtig
zu sein, sich nicht mit der Vergangenheit und nicht mit der Zukunft zu
beschäftigen, sondern ganz in der Gegenwart verweilen. Hierzu gehört
es auch, unsere fünf Sinne zu trainieren: Sehen, hören, riechen,
schmecken und fühlen. Das achtsame Wahrnehmen unseres Körpers stärkt
ihn und er dankt es, wenn wir
ihn wohlwollend zur Kenntnis nehmen, nachdem wir ihn oft jahrelang wie
ein Vehikel benutzt, oft sogar über seine Grenzen belastet haben in der
Erwartung, dass er zu funktionieren hat. In der Traumatherapie unterstützen
sowohl Imaginationsübungen als auch Körperübungen die Achtsamkeit.
Wenn diese Übungen regelmäßig durchgeführt werden, wird man bald
kleine Veränderungen bemerken und sich auch lebendiger und aufmerksamer
erleben.
Körperübungen
und kreative Ressourcen Unterstützt wird dieser
Stabilisierungsprozess in der Traumatherapie durch Körperübungen z.B.
aus dem Qigong und dem Tai Chi und anderen strukturierenden Körpertherapietechniken,
sowie durch strukturierendes kreatives Gestalten. Entsprechend unserem
humanistisch-gestalttherapeutischen Ansatz der „Integrativen
Traumatherapie“, für den der Mensch in seiner Ganzheit mit all seinen
Wachstumsimpulsen im Mittelpunkt steht, hat die Wiederentdeckung verschütteter
kreativer Potentiale einen hohen Stellenwert, der sich auch in den vielfältigen
körperorientierten und kreativen therapeutischen Angeboten in unserer
Abteilung ausdrückt. Entspannungsverfahren Mit der traumamodifizierten
Muskelentspannung (modifiziertes Entspannungstraining nach Jacobson/PMR)
kann ein kontrolliertes Entspannungsverfahren erlernt werden. Da für
den Abbau von Spannungszuständen auch körperliche Aktivitäten wichtig
sein können, bieten wir begleitend zur Traumatherapie ein entsprechend
breites sportliches Angebot an, ebenso ein moderates Ausdauertraining,
das sich auch wissenschaftlich als hochwirksam für das seelische
Wohlbefinden erwiesen hat. Als spezifisches und gerichtetes
Aggressionstraining steht bei entsprechender Indikation das
therapeutische Boxen zur Verfügung. Durch dieses vielseitige und
integrierte Angebot bei der Traumatherapie wird es für die
Betroffenen nach und nach möglich, die vorher unkontrollierten
Gefühlsüberflutungen einzugrenzen, sich von belastenden
Erinnerungsbildern immer wieder zu distanzieren und sie wissen, wie und
wo sie sich Hilfe suchen können. Sie haben Selbstfürsorge kennen
gelernt und können sich auf ihrem bisherigen Weg mit mehr Wohlwollen,
aber auch Mit-Leid begleiten. Sie haben sinnvolle
Bewältigungsstrategien erlernt, mit deren Hilfe sie sich nun
auch mit den belastenden Erinnerungsbildern im Einzelnen konfrontieren können.
Zusammen mit der TherapeutIn
wenden sie sich nun der 2. Phase der Traumatherapie zu. Erst wenn eine ausreichende Stabilität erreicht worden ist, kann in Phase II der Traumatherapie versucht werden, die traumatischen Ereignisse selbst zu bearbeiten. (Siehe auch unsere Seiten: Traumaexposition, Posttraumatische Stoerungen)
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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